Antikörper-Therapie ermöglicht Brustkrebsbehandlung ohne Chemotherapie

Österreichweit größte Brustkrebs-Informationsveranstaltung stellt neue Therapie vor und informiert über Vorsorge, Früherkennung und Behandlung von Brustkrebs

Die Brustgesundheitsexperten an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde des AKH Wien informieren beim „Brustgesundheitstag“ am 2. Oktober von 15 bis 19.30 Uhr in den Wiener Sofiensälen bei freiem Eintritt Frauen über Vorsorge, Früherkennung und Behandlung von Brustkrebs. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Präsentation der neuen, revolutionären Therapie mittels PARP-Inhibitoren, die bei erblich bedingtem Eierstockkrebs bereits erfolgreich zur Anwendung kommt und deren Wirksamkeit bei frühem wie auch fortgeschrittenem Brustkrebs am Brustgesundheitszentrum der Medizinischen Universität (MUW)/AKH Wien gerade wissenschaftlich untersucht wird.

Erblich bedingter Brustkrebs besonders aggressiv – neue Antikörper-Therapie verursacht Absterben der Krebszellen und macht leidvolle Chemotherapie überflüssig
Christian Singer, MD, MPH
„In Österreich erkranken jährlich etwa 5.000 Frauen an Brustkrebs. Etwa jede zehnte Krebserkrankung ist durch eine besonders aggressive Tumorbiologie gekennzeichnet, häufig steckt eine genetische Mutation in einem der beiden Brustkrebsgene BRCA 1 und BRCA 2 dahinter,“ sagt Univ.-Prof. Dr. Christian Singer, Leiter der Senologie an der Universitätsfrauenklinik Wien.

Während bislang die Chemotherapie die einzig wirksame Option darstellte, nach erfolgreicher Operation ein Wiederauftreten von Tumoren zu verhindern, bieten die kürzlich zugelassenen sog. PARP-Inhibitoren (Poly-(ADP-Ribose)-Polymerase-Inhibitoren) nun eine revolutionäre, weil für Patientinnen sehr schonende neue Behandlungsmöglichkeit bei genetisch bedingtem Krebs. „PARP steht für ein Enzym, das immer wieder von selbst auftretende Brüche in DNA-Strängen repariert. Mit dem neuen Medikament können wir das Enzym gezielt an der DNA-Reparatur von Krebszellen hindern, wodurch sich diese nicht erneuern können und absterben“, erläutert Singer.

Bild: Christian Singer © Ponhold

In der Therapie von fortgeschrittenem Eierstockkrebs sind PARP-Inhibitoren bereits die Standard-Therapie. Das Brustgesundheitszentrum der Medizinischen Universität (MUW)/AKH Wien führt gerade Studien über die Wirksamkeit dieser Substanzklasse sowohl beim frühen als auch beim fortgeschrittenen Brustkrebs durch, über deren aktuellen Stand am Brustgesundheitstag informiert wird.

Risikofaktoren für Brustkrebs zu einem guten Teil selbst beeinflussbar – Gewichtsreduktion und Verzicht auf Alkohol senken Brustkrebsrisiko massiv
Als weiteren Schwerpunkt des Brustgesundheitstags informieren Experten Frauen auch über ihr persönliches Brustkrebsrisiko, das von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst wird. Zu den Risiken, die sich nicht beeinflussen lassen, zählen u.a. Alter, Reproduktionsbiologie (Alter bei der ersten Regelblutung, Menopause), familiäre Belastung und genetische Belastung (BRCA Mutationen, sog. „Brustkrebsgen“).

„Darüber hinaus gibt es aber zahlreiche Risikofaktoren, die durch einen gesunden Lebensstil sehr wohl positiv beeinflussbar sind“, sagt Singer. „Übergewichtige Frauen können durch eine Gewichtsabnahme um 4,5 kg ihr Risiko bereits um 45% reduzieren. Regelmäßige Bewegung, starke körperliche Aktivität und die richtige Ernährungsstrategie tragen zu einer weiteren deutlichen Reduktion des Risikos bei.“ Besonders negative Auswirkungen auf das Brustkrebsrisiko hat der Konsum von Alkohol, der die Konzentration von Östrogen im Blut beeinflusst. „Jedes Glas Alkohol, täglich konsumiert, steigert das Brustkrebsrisiko um 7%. Vier von 100 Frauen mit Brustkrebs haben die Erkrankung dem Alkohol zu verdanken“, warnt Singer ausdrücklich vor hohem Alkoholkonsum.

Persönliche Beratung durch Experten, Kurzvorträge, Infostände und Gewinnspiel am Brustgesundheitstag
Besucherinnen des Brustgesundheitstags haben im Anschluss an die Kurzvorträge zahlreicher Experten zu Vorsorge, Früherkennung und Behandlung von Brustkrebs die Möglichkeit, persönlich Fragen zu stellen. Darüber hinaus sind zahlreiche Unternehmen aus den Bereichen Ernährungsberatung, Fitness, Kosmetik u.a. mit Infoständen vertreten und informieren über Produkte und Dienstleistungen rund ums Thema Brustgesundheit. Zum Abschluss des Informationsnachmittags werden unter allen Besucherinnen attraktive Preise wie Wellnesswochenenden verlost.

Eintritt ist frei, Anmeldung per E-Mail erbeten an anmeldung@brustgesundheitstag.at
www.brustgesundheitstag.at

FOTO: Brustgesundheitstag-©-Brustgesundheit-an-der-Universitätsfrauenklinik-APA-Fotoservice_Hautzinger