Mit großem Eifer verfolgen wir die neuesten Trends – doch wie kommen diese eigentlich zustande?

Jane Monnington Boddy, Colour Director bei WGSN, beantwortet genau diese Frage. WGSN ist weltweit die Nr. 1, wenn es um Mode-Trend-Prognosen geht und unterstützt mit seinen Trendvorhersagen die weltgrößten Einzelhändler, Marken und Hersteller.

„Als Direktorin des Color Teams hier bei WGSN ist eine der häufigsten Fragen, die mir gestellt werden, wie wir neue Farbtrends erstellen und weshalb wir in der Lage sind, die wichtigsten Trendfarben, die in den kommenden zwei Jahren zu Bestsellern werden, vorhersagen können.“ Hier ist ein exklusiver Blick hinter die Kulissen:

“Das erste, was wir tun, um Trends vorhersehen zu können, ist zurückblicken. In den frühen 1990er Jahren begann ich als Modedesignerin zu arbeiten und habe über 20 Jahre Erfahrung in der Branche. Während meiner Laufbahn in der Modeindustrie war ich weltweit tätig: von Australien über China nach Nordamerika sowie in weiten Teilen Europas. Ich konnte mit eigenen Augen beobachten, wie Farbe selbst und insbesondere Trendfarben die Mode beherrschten. In den 1990er Jahren waren neutrale Farben sehr angesagt. Grau wurde zur Trendfarbe. In den 2000ern hingegen wurden die Farben mit den neuen unterschiedlichen Waschtechniken in der Mode weicher. Als dieser Trend schließlich langsam verblasste, waren kalkige Töne angesagt, die cleaner aussahen.“

Und nun, da unter dem Einfluss von progressiven, aktiven Marken und immer neuen Technologien ein dramatischer Schritt in eine Farbliebe beobachtet wird? “Als Pink im Jahr 2014 zu einer sehr einflussreichen Farbe wurde, haben wir seinen Aufstieg in unserem WGSN SS16 Theme Soft Pop vorausgesagt, der seinerseits prognostizierte, dass der Farbton auch 2016 sehr beliebt werden würde. Das heißt, Farbe muss sich entwickeln, die Progression für starkes Pink unter dem Einfluss der 1980er Jahre als aufkommender Trend wird stärker. Wir erkennen nun einen Trend in mehr Purpurrot getönten Nuancen in unserem SS 17 Theme Digital Wave.“

Was ist also das Bestimmende, wenn es darum geht, wie Farbtrends zustande kommen? Meiner Meinung nach muss man zurückblicken, um nach vorne zu schauen und erfolgreiche Trendprognosen zu erstellen. Auf diese Weise sensibilisiert man sich für die subtilen Veränderungen, die stattfinden: Ist diese Farbe noch angesagt oder hat man sich an ihr bereits „sattgesehen“? Der Schlüssel zum Erfolg ist, zu sehen, was in der Design-Industrie geschieht, die Gesellschaft als Ganzes zu betrachten – von Politik, Technologie, sozialen Unruhen, „technischem Detox“ und der Rückkehr zur Natur – und zu beobachten, wie sich dies auf die Einstellung der Menschen zur Farbe auswirkt.“

Quelle: wgsn.com / livingpress.de