Viele Wanderwege in den Wiener Alpen eignen sich besonders gut für unbeschwerte Touren mit dem vierbeinigen Gefährten. Und bei einigen Gastgebern sind die „Wauzis“ besonders willkommen.

Weicher Waldboden statt hartem Asphalt und munteres Vogelgezwitscher statt brummender Motoren: Wer seinem Hund ausgiebigen Auslauf abseits städtischer Hundezonen gönnen möchte, fährt mit ihm am besten in die Wiener Alpen. In einer Autostunde südlich von Wien erreicht man wundervolle Wald- und Wiesenwege, auf denen sich der vierbeinige Gefährte so richtig austoben und neue Gerüche erschnuppern kann. Damit die Zeit am Land so gut wie möglich ausgekostet werden kann, empfiehlt sich die Übernachtung bei einem hundefreundlichen Gastgeber.

Rund um die Rax. Ein spezielles Package mit dem Titel „Outdoor-Glück für Hundeliebhaber“ bietet der Marienhof im Zentrum von Reichenau an der Rax an. Neben zwei Übernachtungen im gemütlichen Zimmer umfasst der Preis ab 220,- Euro pro Person ein Genießerfrühstück, zwei Vier-Gänge-Abendmenüs, eine Flasche Sportwasser und die Gratisbenutzung des Wellnessbereiches mit Panorama-Hallenbad, Dampfbad, Sauna und Infrarotkabine. Für den Vierbeiner gibt es zum Aufpreis von 12,- Euro pro Nacht im Zimmer eine Hundedecke mit Leckerli und einen Napf. Im Hotel und dem umliegenden Garten mit hohen alten Bäumen dürfen sich Hunde frei bewegen, nur zum Restaurant haben sie keinen Zutritt.

Außerhalb von Reichenau, im Ortsteil Hirschwang, heißt das Seminar-Park-Hotel Hirschwang auch Hunde herzlich willkommen. Pro Nacht sind dafür 15,- Euro, inklusive Hundedecke und einem Schüsserl am Zimmer, zu bezahlen. Für den Auslauf bieten sich die Parkanlage mit hohen Bäumen und Wiesen rund um das Hotel und das nahe gelegene Höllental an. Die ideale Route für eine gemächliche Wanderung mit dem Hund beginnt quasi vor der Haustür des Hotels auf dem 1. Wiener Wasserleitungsweg. Der Abschnitt von Hirschwang durchs Höllental gilt als landschaftlich besonders schön. Malerisch zwischen Rax und Schneeberg gelegen, führt der schattige Weg entlang der türkisblauen Schwarza durch Laubwälder, vorbei an einer eindrucksvollen Bergkulisse bis nach Kaiserbrunn. Unterwegs können Hund und Herrl oder Frauerl die Füße ins kalte Wasser tauchen oder zu Sandbänken „kneippen“. Das Wichtigste für den vierbeinigen Begleiter: Er hat entlang der gesamten Strecke frisches Flusswasser zu trinken, ausreichend Schatten und der Weg enthält keine allzu steilen Passagen. Für die rund 3,7 Kilometer lange Strecke im Tal braucht man etwa 1 ¼ Stunden.

Konditionell fitte, ans Wandern gewöhnte Hunde werden sich auch am Bahnwanderweg von Semmering nach Payerbach wohl fühlen. Ausgangspunkt ist der Bahnhof Semmering. Man wandert auf den Spuren von Carl Ritter von Ghega und seinem Lebenswerk, der Semmeringbahn, entlang des Weges am Wiener Alpenbogen und dem Bahnwanderweg über den Kreuzberg zum Bahnhof nach Payerbach. Unterwegs öffnen sich weite Blicke in die tief eingeschnittenen Täler, unter anderem bei der Doppelreiterwarte und beim bekannten 20-Schilling-Blick. Die etwa 19,5 Kilometer lange Route ist in circa 6 ½ Stunden zu bewältigen.

berggasthof-mamauwiese-familie-sobotkaAm Fuße des Schneebergs. Auf der beliebten Mamauwiese, einer Alm am Fuße des Schneebergs, empfiehlt sich der jüngst renovierte Berggasthof Mamauwiese zum Übernachten mit Hund. Hier wird ein eigenes 4-Bett-Zimmer als „Hundezimmer“ angeboten. Der Preis für den Hund beträgt 8,- Euro pro Nacht. Im Matratzenlager sind Vierbeiner nicht gestattet.
Erreichbar ist die Mamauwiese entweder mit dem Auto oder auf einer schönen Rundwanderung von der Losenheimer Sesselbahn-Talstation Wanderdorf Puchberg am Schneeberg. Die aussichtsreiche Route führt durch Wälder, vorbei an der Burgruine Losenheim und dem Sebastian-Wasserfall über den Faden Graben. Vorsicht ist auf der Mamauwiese vor den weidenden Kühen geboten. Hunde sollten dort an der Leine bleiben. Die rund 9 Kilometer lassen sich in knapp drei Stunden schaffen.

Auf der Mönichkirchner Schwaig am Wechsel
Wer seinen Urlaub mit Vierbeiner im Wechselgebiet plant, ist im familien- und hundefreundlichen Alpengasthof Enzian bestens aufgehoben. Das zertifizierte Wanderhotel liegt direkt auf der Mönichkirchner Schwaig. Für Hundehalter bietet sich eines der drei Zimmer mit direktem Ausgang in den Garten an. Und das Beste: Hunde wohnen hier kostenlos.

Für routinierte Gipfelstürmer und geübte Wanderhunde empfiehlt sich die etwas anspruchsvollere Hochwechseltour. Von Mönichkirchen aus geht es zu Hütten und über Schwaigen, mit einer einmaligen Panoramasicht über Semmering, Rax und Schneeberg bis hin nach Slowenien und Ungarn. Zu Beginn wandert man entlang des Themenwegs Lebenswasser. Weiter führt der Weg über das Studentenkreuz zur Vorauer Schwaig und schließlich zum Hochwechsel, dem höchsten Gipfel des Wechsels auf 1.734 Höhenmeter. Hier lohnt sich die Einkehr im Wetterkoglerhaus. Der Rückweg führt über den Nieder-wechsel zur Steinernen Stiege, weiter zur Stoa Alm oder zum Hallerhaus. Die etwa 21 Kilometer sind – je nach Kondition und Rastpausen – in rund 6 ½ Stunden zu bewältigen.

Kostenlose Unterbringung für Hunde
Im Wanderhotel Krumbacherhof in Krumbach, in der Genießerpension Dopler in Bad Schönau und in der Pension Ödenhof in St. Corona am Wechsel sind Hunde nicht nur willkommen, sondern übernachten gratis.

„Dog Trekking“ – Wandern mit Hund auf Probe
Wer keinen Hund hat, aber gerne einmal einen zum Wandern ausführen möchte, ist bei Hermann Steinacher an der richtigen Adresse. Der erfahrender Wanderführer und Labrador-Züchter hat im Wanderdorf Kirchberg am Wechsel das „Dog Trekking“ ins Leben gerufen – also Wandern mit Hund für Hundelose. Ausgangspunkt ist das Hotel Molzbachhof, Gehzeit ist circa 4 Stunden.
www.wieneralpen.at/wandern-mit-hund

 

Fotos: Titelbild: Tierisch gut wandern © Wiener Alpen/Franz Zwickl;
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