Zuerst die Kühe, dann die Kinder: Wo bäuerliche Traditionen Hand in Hand mit dem modernen Skibetrieb gehen, können sich Urlauber auf „uriginale“ Eindrücke und Erlebnisse freuen.

Titelbild: Skifahrer beim Riedlhof Oberau Wildschönau

Wenn Manfred Bischofer (64) das Skischulbüro in Inneralpbach öffnet, hat er den Stall schon hinter sich. Ebenso wie Thomas Fill (45), der sich nach dem Melken die Skier anschnallt und von seinem Hof hinab zum Sammelplatz nach Auffach fährt. Beide sind im „Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau“ unterwegs, das die Pisten rund um Schatzberg und Wiedersbergerhorn verbindet. Während das Skigebiet unter den Top Ten Tirols gelistet ist, haben sich die Orte rundum eine bäuerliche Bilderbuchidylle erhalten, die sonst kaum mehr zu finden ist. In der Wildschönau, wo Thomas Fill zuhause ist, ebenso wie im Alpbachtal, der angestammten Heimat von Manfred Bischofer.

 Powderglueck_Ski_Juwel_Alpbachtal_Wildschoenau„Bei uns triffst du noch Einheimische“, hebt Tourismus-Obmann Johannes Duftner hervor, der zusammen mit seiner Frau Michaela den Böglerhof führt. Das 4 Sterne Superior-Hotel steht auf Fundamenten aus dem 15. Jahrhundert. „Unsere Geschichte macht uns unverwechselbar“, weiß Duftner, der auf den persönlichen Bezug zum Gast setzt und stolz auf das gesunde Mischungsverhältnis in Alpbach mit 3000 Milchkühen, 3000 Gästebetten und (leicht aufgerundet) 3000 Einwohnern ist. Überall im Ski Juwel ist die Chance hoch, einen echten Bauern als Skilehrer zu erwischen – und neben Mantras wie „Skifahren ist Kniefahren“ vielleicht noch etwas aus dem Alltag mit Zensi, Resi und ihren glücklichen Stall-Nachbarinnen zu erfahren.

Als schönste Sackgasse Österreichs dagegen gilt Thierbach – mit Kirche, einer der kleinsten Dorfschulen Tirols, wunderschönen Bauernhöfen mit privater Zimmervermietung und dem Sollererwirt, in dem Andreas Hofer vor gut 200 Jahren im Freiheitskampf gegen Napoleon und die Bayern das letzte Aufgebot zusammentrommeln ließ. Wer sich hier einquartiert, entscheidet sich für die pure Idylle. Und nimmt morgens vielleicht die nostalgische Bummelbahn, um ins Skigebiet zu gelangen. Abends sollte man auf jeden Fall die Skiroute wählen und vom Schatzberg hinab nach Thierbach fahren: Der Blick von oben auf das Dörfchen macht jedem Heimatfilm Konkurrenz.

Holzmuseum_Kunz PRNoch mehr Tipps gefällig? Die Skilehrer in den beiden Tälern sind stolz auf ihre Heimat und haben auch jenseits der Pisten Empfehlungen parat. Wie wär’s zum Beispiel mal mit einem Besuch im „1. Tiroler Holzmuseum“, in dem der leidenschaftliche Sammler, Holzschnitzer und Bildhauer Hubert Salcher mehr als 3000 Exponate ausstellt? Vom Holzwurm über Kuriositäten wie hölzerne Unterwäsche bis hin zur ältesten Volksliederharfe Tirols.

Während in der Wildschönau keiner am Krautinger vorbeikommt – dem Schnaps aus der weißen Stoppelrübe, der seit Kaiserin Maria Theresias Zeiten hier, und nur hier, gebrannt werden darf –, stößt man auf der anderen Seite der Berge allerorten auf „Mein Bier“. Es kommt von Braumeister Josef Moser, der 2006 sein Hobby zum Beruf gemacht und die eigene Brauerei eröffnet hat. „Viel Geschmack, wenig Alkohol“, beschreibt Moser und nennt als Geheimnis, das er lüften mag, die besondere Qualität des Alpbachtaler Wassers: „Niedriger ph-Wert, null Kalk, null Eisen.“ Sonderabfüllungen für Red Bull, das Hahnenkammrennen in Kitzbühel oder den Rattenberger Advent sind längst an der Tagesordnung. Wer sich etwas mit nach Hause nehmen möchte, schaut einfach in der Brauerei vorbei. Und wer zum zweiten Mal kommt, den kennt man dann schon – diesseits wie jenseits der Skiberge ist das so. „Bei uns werden Gäste schnell zu Freunden“, sagt Tourismusdirektor Thomas Lerch aus der Wildschönau. „Man lernt sich im Handumdrehen kennen.“ Er weiß, dass die „Uriginalität“ beider Täler genau das ist, was die Urlauber hier schätzen: Uriges Ambiente und Begegnungen mit Menschen, an die man sich als Originale erinnert.

Urige_Unterkunft_aus_Holz_Ski Juwel Alpachtal WildschönauÜber das „Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau“: Im „Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau“ laden 109 variantenreiche Pistenkilometer auf 326 Hektar rund um den Wildschönauer Schatzberg (1903 Meter), das Markbachjoch in Niederau (1500 Meter), die Roggenbodenlifte bei Oberau, das Alpbachtaler Wiedersbergerhorn (2025 Meter) und den benachbarten Reither Kogel (1337 Meter) zum Skivergnügen ein. Für einen Tagesskipass in der Hauptsaison zahlen Erwachsene 43 Euro, Jugendliche 35 Euro und Kinder 22 Euro.

Besonderer Tipp: Mit den praktischen Gratis-Gästekarten der beiden Täler genießen Urlauber viele Vorteile. Die Alpbachtal Seenland Card sowie die WildschönauCard gibt es direkt am Anreisetag. Beide gewähren zahlreiche Inklusivleistungen und Vergünstigungen bei Freizeitaktivitäten und Ausflugszielen der Region.

Weitere Informationen, Preise und Angebote unter: Skigebiet: www.skijuwel.com, Urlaubsregionen: www.alpbachtal.at und www.wildschoenau.com

Bilder: Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau

 

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