Pistenspaß und Hüttengaudi – das ist Obertauern. Aber nicht nur! Das Skigebiet im Salzburger Land ist zwar berühmt für sein Après-Ski-Angebot, hat aber definitiv mehr zu bieten als nur Busserl und Schnapserl. Mit diesen Tipps wird Ihr Urlaub in Obertauern zu einem ganz besonderen Erlebnis – weiß unsere Kollegin Anna Karolina Stock

Ganz oben ist man der Sonne am nächsten. Und der Schnee ist hier auch zu Hause, in der Schneeschüssel von Obertauern. „Fifty Shades of White“ wäre ein schöner Titel für die Erfolgsgeschichte, die der beliebte Wintersportort im Salzburger Land seit Jahrzehnten schreibt. Seine Schneesicherheit ist legendär und vor allem auf die Lage zurückzuführen: Schneewolken aus dem Norden und dem Süden laden ihre Last direkt über Obertauern ab. Oft kommt der Schnee schon im Oktober und bleibt bis Mai liegen. Während andere Skigebiete mit Kunstschnee nachhelfen, kann sich Obertauern auf gute Schneeverhältnisse verlassen. Die besten Voraussetzungen für jeden Winterurlaub!

 

  1. Tauernrunde und Super Seven bezwingen. Vom Hotel auf die Ski und wieder zurück: Wer schon einmal in Obertauern war, weiß, wovon die Rede ist. Nicht nur der Gast hat Urlaub, sondern auch das Auto. Denn wer in Obertauern wohnt, kommt direkt von der Unterkunft an einen der Lifte im Ortskern und somit auf die Piste – ohne Skibus, ohne Zubringerlift und ohne die Ski einmal abschnallen zu müssen. Dem gleichen Prinzip folgen auch die beiden „Tauernrunden“, über die man Obertauern quasi am Rande der Schneeschüssel auf Ski umrunden kann. Die rote Tauernrunde wird mit, die grüne gegen den Uhrzeigersinn gefahren Wer eine der Runden fährt, legt rund 12 Kilometer auf Skiern zurück. Der Einstieg ist bei beiden Alternativen von fast jedem Lift im gesamten Skigebiet aus möglich. Für geübte Skifahrer gibt es zudem noch die anspruchsvollere „Super Seven“-Route. Wer sie meistern möchte, muss von den sieben höchsten Bergstationen des Skigebiets Obertauern die jeweils schwierigste und längste Piste abfahren, erkennbar am Super 7-Logo.

  1. Mit dem Schneefahrrad die Piste hinunter. Neben Skifahren setzen immer mehr Skigebiete auch auf Trendsportarten, die leichter zu erlernen sind: wie zum Beispiel das Snowbiken. Dank Hermann Koch, Snowbike-Pionier und Weltrekordhalter, hat sich der Alternativsport auch in Obertauern etabliert. Als Betreiber der Skischule Koch war er schon immer eine Institution, doch seitdem er 1997 die allererste Snowbike-Schule Österreichs in Obertauern eröffnete, scharen sich sogar absolute Wintersportanfänger um ihn. Anstatt langwierigem Üben und Hinfallen wie beim Ski- und Snowboardfahren, hat man auf dem Snowbike schon nach wenigen Stunden den Dreh raus. „Nichts macht mehr Spaß als Erfolgserlebnisse“, so der mehrfache Weltrekordhalter. Gemeinsam mit Harald Brenter stellte Hermann Koch erst im April 2018 den neuesten Guinness-Buch-Rekord auf: 63.638 Höhenmeter auf dem Snowbike innerhalb von 24 Stunden. Tipp: Neben einem zweistündigen Snowbike-Schnupperkurs bietet die Skischule Koch auch eine Moonlight-Tour an: Mit Stirnlampe und Snowbike geht es talabwärts in die Abenddämmerung. http://www.skikoch.at/de/snowbike.html

 

  1. damals wie heute …

    Romantische Pferdeschlittenfahrt. Das Glück der Erde liegt bekanntlich auf dem Rücken der Pferde. Oder, wie in diesem Fall, im Schlitten hinter den Pferden. Was kann es Schöneres geben, als warm eingepackt, gemeinsam mit seinen Liebsten, im Pferdeschlitten durch die tiefverschneite Winterlandschaft Obertauerns zu fahren? Auf zwei Kufen und mit entspannten Pferdestärken zweier Haflinger geht es von der Gnadenalm vorbei an der Hintergnadenalm, auf die gegenüberliegende Seite des Tals und durch die romantische Winterlandschaft zurück zum Ausgangspunkt. Ein kleines „Schnapserl“ zwischendurch sorgt für Wärme von innen. https://www.gnadenalm.com/obertauern/pferdeschlittenfahrten/#ykObiybSeiK19ca5.99.
    Tipp: Die Pferdeschlittenfahrten werden nach Anmeldung zu jeder vollen Stunde durchgeführt (zwischen 11 und 21 Uhr).

 

  1. Freeriden in der Schneeschüssel. Unberührter Tiefschnee, Steilhänge mit Cliffdrops und über Felskanten springen – der Traum eines jeden Freeriders. In Obertauern wird er Wirklichkeit. Schon seit eh und je gilt die Schneeschüssel im Salzburger Land als Spielwiese für all jene, die lieber abseits der Piste unterwegs sind. Auf Tiefschnee-Fans wartet eine große Auswahl an Freeride-Strecken in allen Schwierigkeitsgraden: vom sanften Genusshang für Anfänger bis zum rassigen Steilstück mit Felsabbrüchen für Könner. Für Neulinge eignen sich zum Beispiel die Hänge im Bereich der Hundskogelbahn, für Profis gibt es spannende Abfahrten rund um das Zehnerkar oder die Seekarspitze. Auch zur legendären „Gamsleiten 2“-Piste gibt es eine spektakuläre Tiefschnee-Variante, die Gamsleiten-Nord-Route durch eine enge Steilrinne.

  1. Rodeln und Skifahren unter funkelnden Sternen. Skifahren und Snowboarden ist in Obertauern auch nach Sonnenuntergang möglich. Jeden Montag und Donnerstag wird die 1,5 Kilometer lange Piste der Edelweissbahn von einer Flutlichtanlage beleuchtet (von 19:00 bis 22:00 Uhr). Wer es gemütlicher mag, auf den Sternenhimmel aber nicht verzichten möchte, kann der Rodelbahn an der Gnadenalm einen Besuch abstatten. Die 1,5 Kilometer lange, kurvenreiche Rodelstrecke ist zwar täglich ab 11 Uhr geöffnet, wird abends aber ebenfalls mit Flutlicht beleuchtet. Legendär und einzigartig ist wohl das almeigene „Rodeltaxi“: mit 140 PS unter der Haube geht es im Motorschlitten den Berg hinauf. https://www.gnadenalm.com/obertauern/rodelbahn/

  1. Meet & Greet mit den Beatles. In vielen Häusern und Hotels in Obertauern hängen noch Fotos von den vier Pilzköpfe aus Liverpool, als sie im März 1965 für Dreharbeiten zu ihrem Film „Help“ nach Obertauern kamen. Zu diesem Zeitpunkt konnten die „Fab Four“ zwar schon recht viel, Skifahren gehörte allerdings nicht dazu. Viel Interesse daran, die richtige Skitechnik zu erlernen, zeigten sie auch nicht. Damit sie im Kino dennoch eine gute Figur abgaben, mussten sie auf den Pisten gedoubelt werden. Herbert Lürzer, Begründer des Gastro- und Hotelimperiums Lürzer in Obertauern, durfte zum Beispiel als elegante Kurven schwingender Paul McCartney in die Geschichte eingehen. Über 50 Jahre ist es her, seit die größte Popband aller Zeiten in Obertauern verweilte und mit ihrem ersten und einzigen Konzert in Österreich die Nacht zum Tage machte. Heute erinnern eine Beatles-Statue und ein Klavier auf 2000 Metern an den legendären Besuch.

  1. Gamsmilch trinken auf 2.200 Metern. Fragt man einen Einheimischen, ist dennoch die Milch der geheime Star von Obertauern – um genauer zu sein die sogenannte Gamsmilch. Jeder, der Urlaub in Obertauern macht, sollte das Mischgetränk aus Milch, Kakao und Rum mindestens einmal probiert haben. Manche nehmen es freilich jeden Tag zu sich. Der Rekord steht bei 16 Tassen Gamsmilch hintereinander. Erfunden hat sie in den Siebziger Jahren Walter Fötschl, damals Weltmeister im Rückwärtsskifahren. Ausgeschenkt wird der Zaubertrank in der Gamsmilchbar auf knapp 2.200 Metern, direkt neben der Bergstation der Zehnerkarbahn und damit direkt auf der Tauernrunde. Zu ausführlich sollte das alkoholische Kakaogetränk aber nicht verköstigt werden, schließlich steht noch eine Abfahrt mit über 500 Höhenmetern zurück nach Obertauern bevor. https://www.gamsmilchbar.at

 

  1. Hüttengaudi und Après-Ski. Ganz ohne geht es einfach nicht: Zu einem richtigen Winterurlaub gehört nicht nur eine ordentliche Portion Sport, sondern auch ein gepflegtes, gemütliches Beisammensein. Wie praktisch, dass Obertauern neben seinem gewaltigen Berg-Panorama und den unzähligen Pistenkilometer auch für seine Après-Ski-Meile bekannt ist. 25 Skihütten laden zum Verweilen ein. Ob tagsüber bei kulinarischen Schmankerl auf einer der großen Sonnenterrassen oder abends beim ein oder anderen „Glaserl“. Ein bisschen Ausdauer braucht man natürlich schon, wenn man sämtliche Pistenkilometer befahren und abends auf den Tischen tanzen will. Tipp: Ein beliebter Hotspot für Après-Ski-Fans ist die Edelweissalm auf 1.850 Metern, wo ab 15:30 Uhr so richtig die Post abgeht. Ein weiterer oft besuchter Treffpunkt ist der Gruberstadl. Wer es urig mag, ist bei der Achenrainhütte am Gamsleiten gut aufgehoben.

 

Reiseinfos für Ihren Winterurlaub in Obertauern:

Skigebiet: Das Skigebiet von Obertauern verteilt sich auf 1.630 bis 2.313 Meter Höhe und verfügt über 26 Seilbahnen/Lifte und 100 Pistenkilometer (61 Kilometer blau, 35 Kilometer rot und vier Kilometer schwarz). Sie spannen sich wie Speichen eines großen Rades an den Berghängen um den Ortskern herum. Eine Erwachsenen-Tageskarte kostet 47 Euro. Skipässe ab 1,5 Tagen sind auch im 15 Kilometer entfernten Skigebiet Grosseck-Speiereck in Mauterndorf (50 Pistenkilometer) gültig. Dank des Schneereichtums sind die Lifte durchgehend bis 1. Mai 2019 in Betrieb.

Anreise: Obertauern liegt 90 Kilometer südlich von Salzburg und 320 Kilometer südwestlich von Wien. Einige Hotels bieten einen Shuttle-Service zum Flughafen Salzburg an. Der nächstgelegene Bahnhof ist Radstadt, von hier verkehren Direktbusse nach Obertauern.

Unterkunft: In Obertauern gibt es rund 150 Hotels, Pensionen, Gasthöfe und Ferienwohnungen aller Preiskategorien. Das Hotel Latschenhof empfiehlt sich unter anderem wegen seiner guten Lage und dem nebenan gelegenen Skiverleih. Die Einstiege in die legendäre Tauernrunde und die Weltcup-Langlaufloipe sind ebenfalls nicht weit.

Einkehren: Zünftige, alpine Schmankerl in Form von Kasnockn und Kaiserschmarren gibt es in den Lokalen HeuStadl, Almrausch und Kringsalm.

Fotos: (c) Brenter Snowbike (c)Brenter Snowbike; Apres-Ski (c)Tourismusverband Obertauern; BeatlesStatue (c) Anna Karolina Stock; Freeride (c)Tourismusverband Obertauern; Freeride SPOT (c)Tourismusverband Obertauern; Geschichte (c)Tourismusverband Obertauern; Landschaften (c)Tourismusverband Obertauern; Nachtbilder (c)Tourismusverband Obertauern