Die hochalpine Landschaft des Tiroler Kaunertals ist seit vielen Jahren ein Sehnsuchts-Drehort für internationale Film- und Videoproduktionen. Jüngstes Beispiel: Der Dreh zum Video-Clip „Wir sind eins“ führte den deutschen Erfolgsrapper Moses Pelham und Michael Patrick „Paddy“ Kelly im spätherbstlichen Kaunertal zusammen. Auch der britische Game of Thrones-Star Jessica Henwick stand unlängst am Kaunertaler Gletscher vor der Kamera.

csm_setfotos_moses11_2017_jungle_productions_com__48_von_76__cc8742c669Das Ende November veröffentlichte Musikvideo zeigt Moses Pelham und Patrick Kelly in „göttlicher Landschaft“, wie es Letzterer während der Dreharbeiten im Kaunertal formulierte. Gemeinsam performen sie den Pelham-Song „Wir sind eins (Sagt ihr)“ aus dessen 2017er-Soloalbum „Herz“. Diese Nummer, entstanden aus einem gemeinsamen Auftritt in der VOX-Produktion „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“, gilt Fans bereits jetzt als Favorit für den Weihnachtshit 2017. In kontrastreicher Schwarzweiß-Ästhetik zeichnet der Clip ein beeindruckendes Bild der hochalpinen Bergwelt, welche die beiden Protagonisten rappend und singend durchschreiten.

KLAPPE FÜR STAR AUS GAME OF THRONES

Jessica Henwick, bekannt als Nymeria Sand in der HBO-Serie „Game of Thrones“ sowie als Jessica Pava in „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ besuchte Anfang November 2017 das Kaunertal für Dreharbeiten. Der internationale Spielfilm „Baliko“ macht den Kaunertaler Gletscher zum Schauplatz der Story rund um eine tragische Expedition zu einer sagenumwobenen Kreatur. Henwick, auch Drehbuch-Autorin, zeigte sich begeistert: „Der Aufenthalt im Kaunertal fühlte sich an, als wären wir in einem Bilderbuch. Jeder, den wir trafen, war so gastfreundlich und liebenswürdig! Am dritten Tag passierte genau das, was wir für den Film brauchten – es begann zu schneien!“

img_4063_kopie_1ERFOLGSGESCHICHTE ALS FILMKULISSE

Die jüngsten Dreharbeiten reihen sich ein in die Erfolgsgeschichte des Kaunertales als Film-Hotspot. Internationale TV- und Kinoproduktionen wie der James-Bond-Blockbuster „Spectre“, „Yoko“ mit Tobias Moretti, „Triple-X“ – der Hollywoodkracher mit Vin Diesel, „Bergkristall“ von Joseph Vilsmaier, der österreichische Horrorerfolg „In 3 Tagen bist du tot 2“ von Andreas Prochaska – sie alle tragen das Kaunertal in gewaltigen Bildern in die Welt hinaus. Auch Bollywood-Produktionen, u. a. mit dem indischen Schauspiel-Superstar Salman Khan, fingen hier schon die schönsten Szenen ein.

STAMMGÄSTE IN SERIE

Wo „Berg“ im Titel steht, ist das Kaunertal nicht weit: Für diverse Folgen der Serien „Die Bergretter“ und „Der Bergdoktor“ reisen regelmäßig die Filmcrews mit den Trossen ihrer Produktionsfirmen im winterlichen Kaunertal an. Heuer wurde sogar ein Special von „Die Bergretter“ gedreht, die damit schon zum fünften Mal, einmal sogar für eine gemeinsame Produktion mit „Der Bergdoktor“, dem Kaunertal ihre Aufwartung machten. Um dann 2018 mit neuer Staffel wieder zu kommen! Bereits zum dritten Mal fand sich im heurigen Jänner die Crew rund um Bergdoktor Hans Sigl am Gletscher und bei der Bergstation der Karlesjochbahn ein. Das Winterspecial „Eine unmögliche Liebe“ wird Anfang 2018 ausgestrahlt. Auch Werbespots internationaler Player wählen das Kaunertal als Kulisse: Autohersteller wie BMW, Ford, Mercedes Benz oder Nissan, Mobilfunkanbieter wie Vodafone oder O2 Niederlande und süße Verführer wie Ferrero drehen Spots gerne und oft im Reich des Steinbocks.

STRASSE UND LANDSCHAFTLICHE VIELFALT ALS USP

Was macht das Kaunertal so attraktiv für Location-Scouts bzw. für Produzenten? „Ein Alleinstellungsmerkmal ist sicher die Kaunertaler Gletscherstraße, die mitten ins Skigebiet führt. Die meist entlegenen Drehorte sind durch die gute Anbindung der Straße einfach zu erreichen.“, weiß Michaela Gasser-Mark, Geschäftsführerin vom TVB Tiroler Oberland – Kaunertal Tourismus. Das mache es leicht, das umfangreiche Equipment mitten in die hochalpine Natur zu transportieren. Die Landschaft sei vielfältig und zudem großteils unberührt, was Location-Scouts sehr schätzten: „Sie beschreiben immer wieder ihre Faszination über die Veränderung der Landschaft entlang der Gletscherstraße. So fänden sie auf der Suche nach eine tibetischen Landschaft genauso den idealen Drehort im Kaunertal wie für ein schottisches Hochlandmoor oder Szenen in Alaska.“

KREATIVER ZUSAMMENHALT IM TAL

Die Kaunertaler sind mittlerweile sehr erfahren und flexibel, was die Wünsche und Anforderungen von Filmcrews – meist innerhalb kurzer Zeit – angeht. Viele Einheimische helfen – und spielen sogar – spontan mit, ob als Skidoo-Fahrer, Iglu-Bauer oder sogar als Double für die Stars, u.v.m. Zudem dürfen die Filmteams auf entspannte Grundstückseigner vertrauen, wenn es um kurzfristige Nutzung deren Besitzes geht. Bürgermeister Josef Raich hat sich für das hintere Kaunertal sogar das Einverständnis alle Grundstücksbesitzer geholt, im Falle einer Anfrage für Dreharbeiten allein entscheiden zu können – ganz im Sinne kurzer Wege. Auch stellen Bewohner des Tales manchmal ihre Wohnungen oder Häuser für Szenen oder Werbespots zur Verfügung. Und in einer aufgelassenen Schule in Nufels können sich Filmteams für die Dauer ihres Aufenthaltes ihr Basecamp mit Büro, etc. einrichten. Gemeindechef Josef Raich freut sich über den Zusammenhalt der Talgemeinschaft: „ Ein Riesenvorteil ist einfach, dass jeder jeden kennt und damit auch schnell Lösungen für Probleme gefunden werden.“

ENORME WERTSCHÖPFUNG

„Was würde sich besser eignen als hochprofessionelle bewegte Bilder, um einem breiten internationalen Publikum die Schönheiten unserer Region näherzubringen?“, stellt Gasser-Mark eine rhetorische Frage. Abgesehen vom Werbewert sei aber auch die wirtschaftliche Bedeutung von Dreharbeiten für die Region enorm. Filmteams wären nämlich bereit, durch ihr meist großzügiges Budget für ihre in Anspruch genommenen Leistungen angemessen zu bezahlen: „Vom Aufenthalt der Filmcrews profitieren alle: die Hotels und Unterkünfte, die Gastronomiebetriebe, die Bergbahnen durch die Location Fees, auch Einheimische werden oft für die Dauer der Dreharbeiten angestellt.“ Filmteams seien auch interessant, weil sie meist in der Nebensaison kämen und lange da blieben: Die „Bergdoktor“- und „Bergretter“-Teams bleiben oft vier bis sechs Wochen. Das ist in den Zwischensaisonen eine wichtige Einnahmequelle.“ Dafür zeigt man sich bei den Institutionen und infrastrukturellen Einrichtungen insofern erkenntlich, als man den Produktionen großzügig mit kostenlosen Nebenleistungen und niederschwelliger Organisation entgegenkommt. So wird das Kaunertal auch weiterhin ein wunderschöner Star im internationalen Filmgeschäft bleiben!

FOTOS:  Titelbild: Moses Pelham (links) und Patrick Kelly zeigten sich begeistert über die “göttliche Landschaft” und Foto Patrick Kelly (c)  Jungle Productions; Filmset (c) Kaunertaler Gletscher