Endlich eine gute Lösung fürs „Leiden der fleißigen Frauen“: Eine  Sehnen-Transplantation macht schmerzfrei und stellt die Feinmotorik wieder her.

Jede sechste Frau ist betroffen!

Wer ist besonders betroffen? Das schmerzhafte Leiden stellt die häufigste arthrotische Veränderung des menschlichen Handskeletts dar. Ab 50 ist jede sechste bis siebte Frau (und jeder 15. Mann) mehr oder weniger davon betroffen. Besonders ausgeprägt ist der Leidensdruck bei Frauen, die ihr Leben lang viel in Haushalt, Garten oder Landwirtschaft zugepackt haben. „Weiters trifft die Rhiz-Arthrose als verfrühte Abnützungserscheinung auch Frauen und Männer, die von Berufs wegen die Feinmotorik ihrer Hand regelmäßig benötigen oder ganz einfach fest zupacken müssen: PianistInnen, Bürokräfte, FacharbeiterInnen in Präzisionswerkstätten bzw. in der Textilindustrie können ebenso betroffen sein wie ArbeiterInnen, die schwere Geräte bedienen müssen“, berichtet Dr. Andreas Gfrerrer, Orthopädischer Chirurg und Oberarzt am Evangelischen Krankenhaus-Wien (Abteilungschef: Prim. Univ.-Doz. Dr. Thomas Müllner). Schmerzen, zunehmende Kraftlosigkeit der Hand und nachlassende Feinmotorik können übrigens bis zur Aufgabe des bisherigen Berufs führen.

Foto Gfrerrer2Was kann man dagegen tun? Orthopäde Gfrerrer: „Dadurch wird vorübergehend einer weiteren Deformierung des Daumensattelgelenks vorgebeugt.“ Allerdings ist man dadurch in seinen Alltagsaktivitäten oder bei der Computerarbeit stark eingeschränkt. Die geschilderten Hilfsmaßnahmen sind auch keine Dauerlösung, denn nicht selten treten die Schmerzen einige Zeit nach der Ruhestellung wieder auf. In fortgeschrittenen Fällen müssten ständig schmerzstillende Mittel eingenommen oder gespritzt werden, was aber von vielen PatientInnen abgelehnt wird.

Spezieller Eingriff lässt wieder „zupacken“. Was vielen nicht bekannt ist: Betroffenen mit fortgeschrittener Rhiz-Arthrose kann durch eine Operation nachhaltig geholfen werden. Im Rahmen des Eingriffs wird ein Teil des deformierten Gelenks ersetzt. Dies kann beispielsweise durch Einsetzen eines künstlichen Daumensattel-Gelenks erfolgen. Erfolgserprobt und ebenso nachhaltig ist es, so Experten, Sehnenteile aus dem Unterarm zu entnehmen und sie als „Platzhalter“ für den entfernten Gelenksteil einzusetzen.

 Sehnen-Transplantation: Entscheidende Vorteile für PatientInnen! Der Vorteil: man ersetzt damit die abgenützten Gelenksteile durch körpereigenes Gewebe, das gut vertragen wird und mit der Zeit einwächst. Die Technik ist bewährt, kann aber manchmal bei Menschen, die ihre Hand beruflich noch regelmäßig strapazieren müssen, in punkto Stabilität unbefriedigend sein. Erfahrene Orthopäden entfernen bei einer Sehnentransplantation zumeist auch nicht das gesamte Gelenk, sondern nach Möglichkeit nur einen Teil davon. Dr. Gfrerrer: „Das hat sich vor allem in punkto Stabilität beim Patienten bewährt, denn damit sind feinmotorische Handgriffe wie etwa das Aufsperren eines Schlosses wieder exakt, mit der nötigen Kraft und vor allem ohne Schmerzen durchführbar.“ Der Eingriff bringt üblicherweise ein sehr gutes Langzeitergebnis.

Schon nach 2-3 Tagen kann man das Krankenhaus wieder verlassen. Nach dem Eingriff muss die Hand für einige Wochen ruhig gestellt werden. Spezielle Handgymnastik unter Anleitung eines Ergotherapeuten beschleunigt den Heilungsprozess.

 Infos: www.ekhwien.at, www.orthodoc.wien

 Foto Dr. Gfrerrer: EKH-Wien, Epitact; Titelfoto: Pixabay

 

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