Wenn New York die Stadt ist, die nie schläft, dann ist London die Stadt, die immer hungrig ist. Vom Gourmet-Käseladen bis zum altmodischen Metzger, vom Foodtruck bis zum stylischen italienischen Restaurant – in London gibt es alles, was Herz und Magen begehren.

Leah Hyslop hat mit ihrem Kochbuch Made in London einen kulinarischen Stadtführer zu den spannendsten Restaurants, angesagtesten Geschäften und buntesten Märkten zusammengestellt. Sie zeigt traditionelle Gerichte, landestypische Rezepte und international inspirierte Kreationen. Darunter Chelsea Brötchen, Coronation Chicken, Brick-Lane-Curry, Big-Ben-Burger, East End Bagels oder Paddingtons Brot-und-Butter-Auflauf. 

Neben mehr als 100 Rezepten enthält das Buch viele unterhaltsame Geschichten aus der Historie und Insidertipps zur Londoner Food-Szene. Mit zeitgenössischen Fotografien von London, tollen Food-Fotos und Bildern aus historischen Archiven illustriert, ist dies das Buch für alle, die diese lebendige und unvergleichliche Stadt lieben.

1. Rezept für Omelette „Arnold Bennett“

Dieses Gericht ist ein kulinarisches Wahrzeichen Londons. Der Legende nach wurde es 1929 im Savoy-Hotel für den Schriftsteller Arnold Bennett erfunden, der dort während der Arbeit an einem seiner Werke wohnte. Bennett mochte es so sehr, dass es von da an auf Reisen stets für ihn zubereitet werden musste. Und es steht noch heute auf der Speisekarte des Savoy.

Das Originalrezept verlangt nach Unmengen von Sauce Hollandaise und Béchamel, für deren Zubereitung es denen, die kein eigenes Küchenpersonal haben, definitiv an Zeit mangelt. Außerdem machen sie das fertige Gericht nicht gerade leicht verdaulich. Alternativ können auch Crème fraîche und Sahne verwendet werden. Das Omelett bereichert jedes Frühstück, macht sich mit Brot und einem Kressesalat, aber auch als Abendessen gut.

Zutaten für 2 Personen

  • 200 ml Milch
  • 100 g Sahne
  • 50 g Crème fraîche
  • schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
  • 200 g geräucherter Schellfisch
  • 20 g Butter + etwas mehr zum Braten
  • 20 g Mehl
  • 30 g Parmesan, gerieben
  • Salz
  • 6 Eier
  • 1 Handvoll grob gehackter Schnittlauch (optional)
  • Bio-Zitronenspalten

Zubereitung

Milch, Sahne und Crème fraîche mit einer großzügigen Prise schwarzem Pfeffer in einen kleinen Topf geben und bei mittlerer Hitze zum Köcheln bringen. Den geräucherten Schellfisch hineingeben und rund 5 Minuten sanft darin simmern lassen. Herausnehmen und in kleine Stücke zupfen, die Garflüssigkeit aufbewahren.

In einem weiteren Topf die Butter zerlassen und das Mehl unterrühren. Einige Minuten anbraten und anschließend langsam die Milchmischung dazu gießen, in der der Fisch erwärmt wurde. Dabei ständig rühren. Sobald eine dicke Sauce entstanden ist, den Topf vom Herd nehmen und die Fischstücke sowie rund ein Drittel des geriebenen Parmesans unterrühren. Mit Salz würzen und mit Pfeffer abschmecken.

Den Grill auf höchster Stufe vorheizen. Die Eier verquirlen und mit wenig Salz und Pfeffer würzen. Eine große, tiefe Pfanne bei mittlerer Temperatur erhitzen und ein Stück Butter darin zerlassen. Dabei die Pfanne schwenken. Die Eier hineingießen und durch Schwenken gleichmäßig in der Pfanne verteilen. Das Omelett stocken lassen, in der Mitte darf es noch ein wenig flüssig sein. Die Fischmischung darauf geben und mit dem restlichen Parmesan bestreuen.

Das Omelett unter dem Grill in 3 bis 4 Minuten goldbraun und knusprig fertiggaren. 5 Minuten ruhen lassen. Auf 2 Teller verteilen, nach Belieben mit Schnittlauch bestreuen und mit Zitronenspalten servieren.

2. Rezept für Fish and Chips im Bierteig

Es gibt mehr Fish-and-Chips-Shops in London als rote Telefonzellen. Wer gerade nicht vor Ort ist, kann den Klassiker auch problemlos zu Hause zubereiten. Das ist weniger aufwendig, als Sie vielleicht denken. Der Trick ist, für die Chips zunächst kaltes Öl zu verwenden. Das klingt verrückt, führt aber direkt ins Chips-Paradies: Dadurch sind sie innen noch weich und außen schön knusprig. Hardcore-Großbritannienfans müssen das Gericht natürlich mit Unmengen von Essig und Salz sowie mit bereits leicht kaltem Erbsenpüree servieren.

Zutaten für 2 Personen

  • 600 g mehligkochende Kartoffeln, geschält und in ca. 1 cm breite Stifte geschnitten
  • 1 l Sonnenblumenöl zum Frittieren
  • 75 g + 2 EL Mehl
  • 25 g Maisstärke
  • 1 TL Backpulver
  • 0,5 TL Salz
  • schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
  • 125 ml kaltes Bier
  • 2 dicke weiße Fischfilets (à ca. 150 g), z. B. Kabeljau oder Seehecht

Zubereitung

Für die Chips: Die Kartoffelstifte in einen breiten, tiefen Topf geben und mit Öl bedecken. Bei starker Hitze zum Kochen bringen und anschließend rund 20 Minuten sieden lassen, bis die Kartoffeln goldbraun und knusprig sind. Den Topf zwischendurch immer wieder sanft schütteln, damit sich eventuell am Boden haftende Stifte lösen. Idealerweise sollte die Temperatur des Öls unter 160 Grad Celsius bleiben. Dies können Sie entweder mit einem Kochthermometer prüfen oder mit einem Blick auf die Kartoffeln: Bräunen sie zu rasch, reduzieren Sie die Hitze. Die Chips mit einem Schaumlöffel herausheben, auf Küchenkrepp abtropfen lassen, in eine feuerfeste Form geben und im Ofen warmhalten. Das Öl bei mittlerer Hitze ebenfalls warmhalten.

Für den Bierteig: 75 Gramm Mehl, Maisstärke, Backpulver und Salz in einer großen Schüssel verrühren und großzügig mit Pfeffer würzen. Das Bier dazu gießen und alles schaumig aufschlagen – bei Bedarf noch etwas Bier oder kaltes Wasser hinzufügen. Die Temperatur des Öls auf ca. 180 Grad Celsius erhöhen. Falls Sie kein Kochthermometer haben, können Sie zum Testen etwas Teig in das Öl geben: Er sollte umgehend knusprig bräunen.

Die Fischfilets mit Küchenkrepp trockentupfen. Zwei Esslöffel Mehl auf einen Teller geben und den Fisch darin wenden. Überschüssiges Mehl abklopfen und den Fisch anschließend im Bierteig wenden. In das heiße Öl gleiten lassen und 6 bis 10 Minuten darin frittieren. Herausheben, auf Küchenkrepp abtropfen lassen und mit den Chips servieren.

3. Rezept für „Coronation Chicken“

Als Königin Elisabeth II. im Juni 1953 in der Westminster Abbey gekrönt wurde, bat man Rosemary Hume, die Gründerin der „Le Cordon Bleu“-Kochschule, darum, das Festbankett auszurichten. Ihr sahniges, mit Früchten gespicktes und zart gewürztes „Krönungshähnchen“ erlangte sofort Kultstatus.

Mit der Zeit verkam das „Coronation Chicken“ allerdings zum billigen Sandwichfüller mit grellgelber Farbe, den man für gewöhnlich in der Alles-muss-raus-Abteilung im Supermarkt findet. Macht man es jedoch selbst, ist es einer Königin wahrlich würdig – besonders, wenn man es als offenes Sandwich auf einer dicken Scheibe Brot und von Brunnenkresse gekrönt serviert. Es schmeckt aber auch ausgezeichnet auf einem Salat.

Zutaten für 4 Personen

  • 300 g Hähnchenfleisch von der Keule ohne Haut, ausgelöst
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 daumengroßes Stück Ingwer, geschält
  • 0,5 TL schwarze Pfefferkörner
  • Salz
  • 1 EL Butter
  • 3 Frühlingszwiebeln, fein gehackt
  • Halbe grüne Chilischote, fein gehackt
  • 2 TL mittelscharfes Currypulver
  • 100 g Mayonnaise
  • 100 g Naturjoghurt
  • 1 EL Mango-Chutney
  • 1 EL Tomatenmark
  • Saft von halber Zitrone
  • 1 Mango, in kleine Würfel geschnitten
  • 30 g gehobelte Mandeln
  • 1 kleine Handvoll Korianderblätter, fein gehackt
  • schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
  • Brunnenkresse zum Garnieren (optional)

Zubereitung

In einem großen Topf Wasser zum Kochen bringen. Anschließend die Hitze reduzieren, bis das Wasser nur noch leicht siedet. Hähnchenfleisch, Lorbeerblatt, Ingwer, Pfefferkörner und 1 Teelöffel Salz hineingeben. Zugedeckt 15 Minuten simmern lassen. Das Fleisch herausnehmen, etwas abkühlen lassen, in schmale Streifen schneiden und beiseitestellen.

Die Butter bei mittlerer Hitze in einer Pfanne zerlassen und Frühlingszwiebeln sowie Chili 2 bis 3 Minuten darin anbraten. Mit Currypulver bestäuben und 1 Minute weiterbraten. Anschließend die Mischung in eine große Schüssel füllen. Mayonnaise, Joghurt, Mango-Chutney, Tomatenmark, Zitronensaft, Mangowürfel, Mandeln und Koriander ebenfalls in die Schüssel geben und verrühren. Die abgekühlten Hähnchenstreifen hinzufügen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Nach Belieben mit Brunnenkresse garniert servieren.

Über die Autorin

Leah Hyslop ist Food- und Lifestyle-Journalistin, Redakteurin und Content-Expertin mit über einem Jahrzehnt Erfahrung bei einigen der bekanntesten britischen Marken. Sie ist Food Director bei „Sainsbury’s Magazine“, dem größten Lebensmittel-Titel Großbritanniens, zuvor war sie sieben Jahre bei „The Telegraph“. Sie tritt regelmäßig im Radio auf, sowie in Jury- und Interview-Panels. Sie lebt in East London und ist stolze Besitzerin einer riesigen Sammlung an Kuchenbackformen.

Infos zum Buch

Made in London

Leah Hyslop

Südwest Verlag 2020

Hardcover, 304 Seiten

Preis: 25,70 Euro

978-3-517-09782-4

Fotos: Martin Poole, Nassima Rothacker