Das Kind macht in der Schule Flüchtigkeitsfehler, ist oft abwesend, hat keine Lust zur Schule zu gehen, ändert sein Sozialverhalten oder zeigt unrunde Bewegungen? Der Grund dafür sind meist keine körperlichen „Defekte“ oder seelischen Defizite. Es stecken umschriebene Entwicklungsstörungen (ICD10. F80-83) oder Einschränkungen von Funktionen, die mit der biologischen Reifung des Zentralnervensystems zusammenhängen, dahinter. Diese neuromotorische Symptomatik steht im Mittelpunkt der PäPKi® Therapie, der sogenannte «Aufrichtungsprozess», der für die Blickmotorik und das räumlich-konstruktive Darstellen von Bedeutung ist.

Im Kindergarten- und Schulalter treten vermehrt Symptome aus dem Bereich der funktionellen Entwicklung auf.

Diese zeigen sich in einem nicht altersgemäßen Zuwachs von Fähigkeiten auf den Gebieten der Körperbeherrschung und Bewegung, der Sprache, der Aufmerksamkeit sowie der Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung. Sie sind Ausdruck einer zu wenig trainierten Bewegungsentwicklung gegen die Schwerkraft. Meist können sich diese Kinder nicht richtig Hochstützen in Bauchlage- folglich werden die Muskulatur sowie die Sensorik  zum Halten und Bewegen des Kopfes zu wenig trainiert und sind nicht aufeinander eingespielt. Tonus-Dysregulationen und eine zusammengesackte Haltung können die Folge sein. PäPKi® kann hier helfen.

Adieu, Zappelphilipp & Tollpatsch!

Was ist PäPKi® für Kinder?

Frau Dr. Wibke Bein-Wierzbiniski hat ein intensives Studium der Humanbiologie absolviert und war lange in der Forschung, in der Pädiatrie und in der Erziehungswissenschaft tätig bis sie ihre PäPKi® Methode (die Pädagogische Praxis für Kindesentwicklung) konzipierte. Die komplexe Physiologie und ihre neurophysiologischen Zusammenhänge waren die Basis für ihre spätere eigene Therapie. Frau Dr. Wibke Bein Wierzbinski hat während ihrer beruflichen Laufbahn die verschiedensten Symptome bei Kindern beobachtet, die nach ihrer Methode korrigiert werden können.

Welche Auffälligkeiten gibt es? Wie macht sich die „Störung“ bemerkbar?

Es handelt sich im engeren Sinne eher um Reifeverzögerungen, die jedoch im Alltag zu recht gravierenden Einschränkungen führen und bei Nicht-Behandlung zu Störungen „auswachsen“ können.

In der „International Classification of Diseases“ (ICD 10) wird unterschieden zwischen umschriebenen Entwicklungsstörungen

  • des Sprechens und der Sprache (F80.),
  • der schulischen Fertigkeiten, wie Lese- und Rechtschreibstörung, Rechenstörung (F81.),
  • der motorischen Funktionen wie Grobmotorik (F82.), Fein- und Graphomotorik (F82.1) und
  • der Mundmotorik (F82.2)

Auch kombinierte Auffälligkeiten kommen vor.

Babys mit Symptomen

Bereits bei Säuglingen gibt es bestimmte Merkmale, die auf zu lange aufrechte Haltung in Sitzschalen und Bewegungsmangel zurückzuführen sind. Diese Babys weisen Lücken in der sensomotorischen Wahrnehmung auf.

Die Folgen:

  • Tonus-Dysregulationen
  • Regulationsstörungen mit zum Teil langanhaltendem Schreien
  • Bindungsstörungen
  • Symmetriestörungen
  • lagebedingte Schädelabflachungen

Der PäPKi® Screeningbogen

Der speziell für PäPKi® entwickelte Screeningbogen enthält viele Fotos und Informationen und dient der dokumentierten Einschätzung des neuromotorischen Entwicklungsstatus im Rahmen der pädiatrischen Vorsorgeuntersuchungen U2-U6 im ersten Lebensjahr. Außerdem assistiert der Bogen bei der Elternberatung bezüglich individueller Therapieformen.

Merkmale bei Kleinkindern & Vorschulkindern :

• Tollpatschigkeit

• unrunde Bewegungen

• Haltungsschwäche

• auffällige Mundmotorik

• undeutliche Aussprache

• Verhaltensauffälligkeiten

• Tagträumereien

• „Unlust“ beim bildlichen Darstellen

Kann man das viel zitierte Aufmerksamkeitsdefizit ADHS damit behandeln?

Viele Kinder zeigen motorische Unruhe und Aufmerksamkeitsdefizite in jungen Jahren. Treten gleichzeitig Aufrichtungsdefizite auf, ist eine PäPki® Therapie sinnvoll, um die Symptome zu reduzieren.

Auffälligkeiten im Grundschulalter

• Rechenschwierigkeiten und umschriebene Lese- und Rechtschreibstörung (umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Belange, ICD10: F81) wegen mangelnder Orientierung und der Schwierigkeit, Zusammenhänge, Gesetzmäßigkeiten wahrzunehmen  und Reihungen zu erfassen.

• Räumlich-konstruktive Störungen

• Visuelle Wahrnehmungsstörungen

• Schwierigkeiten in der Grafomotorik

• Seitigkeitsprobleme

• myofunktionelle Störungen

• Cranio-mandibuläre Dysfunktionen, wie Kiefersperre und Kiefergelenkschmerzen

• Migräne

• Sozial-emotionale Verhaltensauffälligkeiten

• Adipositas

• nicht-organisches „Einnässen“ und Enkopresis (Einkoten) mit undohne Verstopfung

PäPki® contra Leistungsdruck

Frau Dr. Wibke Bein-Wierzbinski, was war die Inititialzündung für PäPki®?

 «In der Pädagogik versucht man die Schwächen der Kinder durch Üben, Üben, Üben zu „normalisieren“. Die Lehrer sagen oft «Das Kind muss sich mehr anstrengen!» Seitens der Medizin wird mit Verordnungen von Medikamenten, die auf das Nervensystem wirken, reagiert. Der drastische Anstieg der Verschreibung von Stimulanzien und anderen Medikamenten, macht die Misere deutlich. Aus diesem Grund habe ich die PäPki®Therapie entwickelt.»

Übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die PäPki®Therapie?

Dr. Wibke Bein-Wierzbinski: «Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland und Österreich übernehmen bisher leider nicht die Kosten für die PäPki® Therapie- da ist das Gesundheitssystem der Schweiz der Pionier mit seinen erfahrungsmedizinischen Leistungen, die diese Methode inkludieren.»

PäPki® ist eine wirksame Prävention, die die Heranwachsenden vor motorischen Schäden sowie psychosozialen Verhaltensauffälligkeiten und die Krankenkassen vor immensen Kosten bewahrt. Je früher die Ursachen für die diagnostizierten Entwicklungsstörungen behandelt und nachweislich reduziert werden, umso weniger finanzieller Aufwand wird in der Folgezeit produziert.

Von PäPki® profitieren alle

Je eher der fehlerhafte neuromotorische Aufrichtungsprozess korrigiert wird, desto geringer sind die Folgeschäden, die im Lebensverlauf auftreten können. Für den Kostenträger macht sich das durch deutlich reduzierte Therapie- und Arzneimittelkosten bemerkbar- für die Gesellschaft, das soziale Umfeld, die Eltern und Schule durch leistungsbereitere und weniger „hibbelige“, unkonzentrierte Kinder.

Ein Kind, das sich in seinem Körper wohl fühlt, gut koordiniert ist und seine Belastungsgrenze spürt, ist neuromotorisch, sensorisch und psychisch gut entwickelt. Die Anzahl an latent auffälligen Kindern steigt jedoch stetig: Fast jedes 5. Kind benötigt heute diese Förderung.

Die Inhalte der Entwicklungs- und Lerntherapie nach PäPKi®

  • Ausführliche Anamnese, zu der auch die Befragung des Kindes gehört. „Was soll sich ändern, was ist das Ziel?“
  • Lücken im sensomotorischen System und Bewegungseinschränkungen diagnostizieren.
  • Therapeutisches Üben: Gymnastische Übungen und psychomotorische Spielanregungen zum Nachtrainieren und Unterstützen physiologischer Haltungs- und Bewegungsmuster sowie zur Reduktion funktioneller Entwicklungsstörungen.

Die Bewegungsübungen helfen, die „unsichtbaren Körperbarrieren“ aufzulösen, was schon nach kurzer Zeit zu einer besseren Körperwahrnehmung, Konzentrationsfähigkeit und Feinmotorik bei vielen Schülern führt. Und das ganz ohne Chemie!

http://www.paepki.de

Seminare:

https://www.paepki.de/index.php/entwicklungs-und-lerntherapie-nach-paepki-bei-kindern/

Die Bücher zum Thema:

  • W. Bein-Wierzbinski, C. Heidbreder-Schenk: Konzentration und Körperhaltung erfolgreich fördern – 40 Bewegungsspiele für Turnhalle und Klassenraum. 2. Auflage, Limpert Verlag, 2020.
  • W. Bein-Wierzbinski: Eine kleine Raupe geht auf Wanderschaft… und macht viele Bekanntschaften. Neuromotorisches Übungsprogramm für Kinder im Vorschulbereich und in der Grundschule. 6. Auflage Vml, 2019.
  • W. Bein-Wierzbinski: Räumlich-konstruktive Störungen bei Grundschulkindern. Eine Untersuchung über die Bedeutung des neuromotorischen Aufrichtungsprozesses für die Blickmotorik und räumlich-konstruktives Darstellen sowie Möglichkeiten der Entwicklungsförderung durch motorisches Training. 4. Auflage, Peter Lang Verlag, 2014.

Siehe auch PäPKi® für Erwachsene:

ENERGIEKOST FÜR BEST AGER mit Bedarfsorientierter Ernährung: https://wellness-magazin.at/health/energiekost-fuer-best-ager-mit-bedarfsorientierter-ernaehrung/

Fotos: Copyright paepki.de (Dr. Bein-Wierzbinski)
Text Copyright Ulrike Engel