Mit dem diesjährigen Weltgesundheitstag am 7. April zum Thema „Universal Health Coverage“ macht die Weltgesundheitsorganisation auf die Bedeutung einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung aufmerksam. Neben dem Appell, externe Gesundheitsdienstleistungen in Anspruch zu nehmen, wird die Selbstverantwortung für ausgewogene Ernährung als Basis für die Gesundheit allerdings häufig außer Acht gelassen.

Hans-Peter-HutterKenwood hat sich dieser Herausforderung vieler Österreicher angenommen. Gemeinsam mit Prof. Dr. med. Hans-Peter Hutter, Department für Umwelthygiene und Umweltmedizin der Medizinischen Universität Wien, wurden die aktuellsten Studienerkenntnisse zu Thema Ernährung zusammengetragen:

  • Ernährungstrends sind nicht immer gesünder
  • Nahrungsunverträglichkeiten auf Vormarsch?
  • Für ausgewogene Nährstoffversorgung pflanzenbetonte Kost bevorzugen
  • Selbstgekochtes erhöht die Ernährungs- und Essensqualität

In punkto Ernährung lassen sich in den letzten Jahren deutliche Veränderungen beobachten, wobei diese unseren Körper nicht immer positiv beeinflussen. Anforderungen von Schule und Beruf, zunehmende Mobilität, flexiblere Arbeitsformen mit unregelmäßigem Tagesrhythmus schlagen sich auch im Ernährungsverhalten nieder. Der mit diesen Faktoren einhergehende stärkere Zeitdruck hinsichtlich Ernährung führt zu neuen Anforderungen an das Lebensmittelangebot, geänderten Ernährungstrends, sowie adäquater Küchenmaschinen. „Bedingt durch den Zeitmangel wird zunehmend öfter außer Haus gegessen und eine Verlagerung der Hauptmahlzeit von mittags auf den Abend festgestellt. Nicht immer zu Gunsten der Gesundheit“, so Prof. Hans-Peter Hutter.

  1. Fleischkonsum noch immer zu hoch. „Trotz aller publizierten, gesundheitsfördernden  Ernährungstrends bevorzugen die Österreicher nach wie vor Hausmannskost und bodenständige Küche (24% immer, 57% häufig). Selten und sogar mit abnehmender Tendenz wird die leichte, fett- und fleischarme internationale Küche gewählt. Der Durchschnittskonsum von Fleischprodukten liegt in Österreich um 29% höher als in der EU. Männer nehmen etwa das Dreifache der empfohlenen Menge an Fleisch- und Fleischprodukten zu sich, Frauen konsumieren deutlich weniger, überschreiten jedoch auch die empfohlenen Menge“, so Prof. Hans-Peter Hutter.
  1. Unverträglichkeiten von Lebensmittelinhaltsstoffen auf Vormarsch? Generell sind Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten von Allergien abzugrenzen. „Während bei Allergien das Immunsystem beteiligt ist, stehen bei Unverträglichkeiten Prozesse im Vordergrund, die sich bemerkbar machen, wenn die Zusammensetzung der Nahrung nicht dem entspricht, worauf das eigene Verdauungssystem ausgerichtet ist, wie etwa Lactoseintoleranz. An Popularität gewonnen haben auch Glutensensitivität oder Histaminintoleranz, deren wissenschaftlichen Grundlagen unzureichend und  meist auf Selbstdiagnosen zurückzuführen sind “, erläutert Prof. Hans Peter-Hutter. Tatsache ist, dass es derzeit nur grobe Schätzungen zu Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten gibt.
  1. Kenwood1Pflanzenbetonte Kost versorgt den Körper mit Nährstoffen am besten. Mädchen zeigen ein gesünderes Essverhalten als Buben. Sie essen mehr Obst und Gemüse und weniger Fleisch bzw. Fleischprodukte. „Bis heute ist allerdings ungeklärt, ob eine auf Genetik abgestimmte Ernährung für den Verbraucher realisierbar, gesundheitsbringend und ohne Begleitrisiken ist. Bis dato ist pflanzenbetonte Kost weiterhin die beste Möglichkeit für eine ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen“, betont Prof. Hans-Peter Hutter.
  1. Die Wertigkeit von Selbstgekochtem. Vielfältige gesellschaftliche und technische Änderungen (Berufstätigkeit von Frauen, innovative Küchenmaschinen) haben zu einer massiven Veränderung des Koch- und Essverhaltens in den letzten Jahren geführt. Dazu Hutter: „Fertige Salate oder Tiefkühlgemüse können in der Qualität durchaus gleichwertig mit frischen Produkten sein. Fertiggerichte haben aber auch den großen Nachteil, dass sie oft viel Salz oder Zucker enthalten. Nicht zu vernachlässigen sind auch verschiedene Zusatzstoffe. Daher überrascht es nicht, dass häufiges Selberkochen zu einer besseren Essensqualität führt“.

Neben positiven Auswirkungen auf die Essensqualität scheint Selberkochen positiv besetzte emotionale Wirkungen aufzuweisen. „Menschen, die ihre Speisen selbst zubereiten, genießen die Mahlzeit anstatt sie zu verschlingen“, so Prof. Hans-Peter Hutter. Zudem korrelieren Kochkenntnisse positiv mit der Zubereitung von Gemüse und negativ mit dem Verzehr von Convenience Food, sodass die Vermittlung von Kochkenntnissen für Kinder und Jugendliche eine wichtige Gesundheitsmaßnahme darstellt. „Wissenschaftliche Studien dazu sind allerdings noch ausstehend“, so Hutter.

Michael-Frank„Da die langfristigen, positiven Gesundheitseffekte selbstgekochten Essens in der Forschung noch nicht ausreichend abgesichert sind, arbeiten wir gemeinsam mit der Medizinischen Universität Wien intensiv an einer Studie als Beitrag zur Schließung dieser Wissenslücke“, so Michael Frank, Geschäftsführer De’Longhi-Kenwood GmbH.

 

Fotos: De’Longhi-Kenwood GmbH