Die Diskussion um die Hanfpflanze in medizinischer Nutzung wird immer intensiver geführt! Experten fordern mehr Studien und warnen zugleich vor Selbstmedikation!

Im Vorfeld des Deutschen Schmerzkongresses (14. bis 17.10.2015) in Mannheim diskutieren Schmerzexperten darüber im Zusammenhang mit den alleine in Deutschland 1,5 Millionen Erwachsenen, die von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen betroffen sind. Viele von ihnen leiden unter anhaltenden Schmerzen. Obwohl über den therapeutischen Nutzen von Cannabisprodukten derzeit intensiv diskutiert wird, fehlen für die Behandlung chronischer Schmerzen bei Rheuma-Erkrankungen mit künstlich hergestellten Cannabisprodukten jedoch bislang aussagekräftige Studien. Welche Potentiale hat Cannabis als Heilmittel wirklich? Aus welchem Grund ist vor allen Formen der Selbstmedikation zu warnen?
Cannabis sativa ist eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt. Lange schon gibt es Anzeichen für ihre medizinische Wirksamkeit, um Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu hemmen. Dass Cannabisprodukte bei einigen Erkrankungen einen positiven Effekt haben, konnten in den vergangenen Jahren auch zahlreiche klinische Studien zeigen. Privatdozent Dr. med. Winfried Häuser, Klinik Innere Medizin I des Klinikums Saarbrücken, berichtet: „Bei Tumorpatienten können Cannabinoide während der Chemotherapie den Appetit anregen und zugleich Übelkeit und Erbrechen eindämmen. Sie können auch helfen, schmerzhafte Muskelverspannungen bei Patienten mit Multipler Sklerose zu unterdrücken.“ Einige Patienten mit chronischen Schmerzen berichteten zudem über gute Erfahrungen mit hanfbasierten Substanzen. Aufgrund seiner Rauschwirkung fällt das „Naturprodukt“ Hanf jedoch unter das Betäubungsmittelgesetzt , 
 
Rheuma: Cannabis vs. Palcebo! Um herauszubekommen, bei welchen rheumatischen Erkrankungen, die mit chronischen Schmerzen einhergehen, Cannabisprodukte wirken und ob sie verträglich und sicher sind, hat Dr. Häuser zusammen mit Forschern aus Deutschland – aber auch Kanada und Israel – eine systematische Literatursuche durchgeführt. Dr. Häuser erklärt: „Wichtig war für uns, nur Studien auszuwerten, die aussagekräftig sind. Wenn also das Cannabisprodukt mit einem Scheinmedikament (Placebo) verglichen wurde und zudem weder Arzt noch Patient wussten, was von beiden sie erhielten.“ Bei der Sichtung der als randomisiert doppelblind bezeichneten Studien (englisch, RCT: randomized controlled trial) stellten die Forscher schnell fest, dass die Datenlage bei der medikamentösen Therapie von Rheumaerkrankungen mit Cannabisprodukten spärlich ist. Vor allem: Die Studien zeigten keine bessere Wirksamkeit der untersuchten synthetischen Cannabisprodukte gegenüber Kontrollsubstanzen (Placebo bzw. schmerzlinderndes Antidepressivum). Die Patienten berichteten, die Cannabisprodukte trotz einiger unangenehmer Nebenwirkungen wie beispielweise Konzentrationsstörungen, Sedierungen oder Müdigkeit gut vertragen zu haben.
Dr. Häuser fasst zusammen: „Wir können aufgrund der schwachen Datenlage derzeit nicht empfehlen, Rheumapatienten mit Cannabisprodukten zu behandeln. Das schließt jedoch nicht aus, dass Ärzte Patienten, die wir als austherapiert bezeichnen, das heißt, bei denen sonst nichts hilft, mit Cannabinoiden behandeln. Wir wollen Schmerzpatienten nicht die Therapie mit Cannabinoiden vorenthalten. Aber gebraucht werden mehr Studien und mehr Medikamentenzulassungen.“ Jede Form einer Eigentherapie lehnt der Experte ab. „Patienten, die sich mit dem sogenannten Medizinalhanf oder Cannabis aus Eigenanbau selbst behandeln, fügen ihrem Körper ein in seiner Dosis permanent schwankendes Medikament zu und riskieren belastende Nebenwirkungen.“
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Exkurs Osteoarthritis: Eine aktuelle Forschungsarbeit, die im European Journal of Neuroscience veröffentlicht wurde, beschreibt, daß der Einsatz von Cannabinoiden bei präklinischen Tests signifikante therapeutische Qualitäten bei der Behandlung von Osteoarthritis gezeigt hat. Die Studie ergab, daß das Endocannabinoidsystem in unserem Körper ideal für die Behandlung von Schmerzen, Entzündungen und der Gelenkfunktion zu sein scheint, so daß Cannabis potenziell eine ideale Therapie wäre. Mit ihren Worten “Die allgegenwärtige Verteilung der Cannabinoid Rezeptoren, zusammen mit der physiologischen Rolle des Endocannabinoidsystems bei der Regulierung von Schmerzen, Entzündungen und der Gelenkfunktion unterstützen das therapeutische Interesse an Cannabinoiden für die Behandlung von Arthrose. Diese Übersicht faßt die vielversprechenden Ergebnisse zusammen, die vor kurzem gewonnen worden sind und den therapeutischen Wert von Cannabinoiden bei der Behandlung von Arthrose unterstützen.”
12003395_981459158570812_5908744798745810880_nUND: Der COUNTDOWN läuft!! Was bisher verboten schien, ist jetzt legal. Am 18.9. wurden in der ersten Hanfbotschaft, der „Hemp Embassy Vienna“, blühende Hanfpflanzen der Öffentlichkeit präsentiert. Alle Pflanzen, darunter auch spezielle Sorten für medizinische Anwendungen, wurden gefilmt, die gesamte Blütephase auf www.hempembassy.org zu sehen.
Was haltet Ihr davon? Und auch vom Einsatz von Hanf in der Medizin???
 

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